Gewalt in der Familie ist kein Tabu mehr

Polizei, Gericht, Staatsanwaltschaft, Stadt Graz, Bezirkshauptmannschaften, Innenministerium und Präventions- und Frauenorganisationen trafen sich am 28. April 2017 auf Einladung des Gewaltschutzzentrums Steiermark zu einer Fachtagung zum Thema „20 Jahre Gewaltschutzgesetz" und zur Verleihung des „Gewaltschutzpreises 2017".

Am 1. Mai 1997 war das „Bundesgesetz zum Schutz vor Gewalt in der Familie (GeSchG)" in Kraft getreten. Mit diesem Gesetz - wurde der Paragraph 38a des Sicherheitspolizeigesetzes eingeführt, die Wegweisung und das Rückkehrverbot bei Gewalt in Wohnungen. Dieser Passus gab der Polizei erstmals Befugnisse zum vorbeugenden Schutz vor familiärer Gewalt und war ein echter Meilenstein und Vorbild für die europäische Gesetzgebung. 115.000 Betretungsverbote wurden in den letzten 20 Jahren in Österreich ausgesprochen.

Dr. Rudolf Keplinger, Leiter des Rechtsbüros der Landespolizeidirektion Oberösterreich, gab einen Abriss über das Gesetz, dessen Novellierungen und machte Diskussionsvorschläge für künftige Änderungen.

Über das Gewaltschutzgesetz diskutierten die ExpertInnen: Familienrichterin Maga Verena Lenz, Drin Barbara Jauk vom Gewaltschutzzentrum Steiermark, die Leiterin des Amtes für Jugend und Familie Maga Ingrid Krammer, Landespolizeidirektor Mag. Josef Klamminger, Vizepräsident des Grazer Straflandesgerichtes Dr. Harald Friedrich und Dr. Rudolf Keplinger.

Als festlichen Abschluss verlieh Marina Sorgo, MA, Geschäftsfüherin des Gewaltschutzzentrums Steiermark, den Gewaltschutzpreis 2017 an die Familienrichterin des Bezirksgerichts Deutschlandsberg Maga Verena Lenz für ihre lösungsorientierte, wertschätzende und empathische Arbeit mit traumatisierten Menschen und die hervorragende Kooperation mit dem Gewaltschutzzentrum.

   

 
 
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